Russische Föderation und Berlin stellen Weichen für eine intensivere Zusammenarbeit

Mit einem erfolgsversprechenden Resümee geht das 1. Deutsch-Russische Kooperationsforum Energie- und Umwelttechnik in Berlin heute zu Ende. Über 75 Entscheider aus Wirtschaft und Politik hatten vom 21. bis 22. November die Möglichkeit genutzt, sich über die Anforderungen einer leistungsfähigen und effektiven Abfallwirtschaft, einer sicheren Wasserver- und -entsorgung sowie über die energieeffiziente Gebäudesanierung und -modernisierung auszutauschen. Ziel des Forums war es, auf der Basis eines Erfahrungsaustausches konkrete Ansatzpunkte und Projekte für Kooperationen mit Unternehmen aus Berlin auf diesen Gebieten zu identifizieren.

Eröffnet wurde das Forum von Frank Bruckmann, Finanzvorstand der Berliner Wasserbetriebe, Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, dem Abgeordneten der Staatsduma der Russischen Föderation, Herrn Nikolay W. Arefjew und dem Abgeordneten des Gebiets Leningrad, Herrn Nikolai A. Kuzmin. Über vierzig Entscheider aus der russischen Region Leningrad Oblast sowie aus Sankt Petersburg, Moskau, Kaliningrad und Tambow tauschten sich daraufhin mit Unternehmern und Unternehmensnetzwerken der Berliner Energie- und Umwelttechnik aus.

Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung: „Die Russische Föderation ist für Berlin insgesamt der zweitwichtigste Absatzmarkt. Angesichts der in Russland angestrebten Modernisierung der Energieversorgung und der Abfall- und Wasserwirtschaft gibt es auf diesen Feldern noch erhebliche Potenziale. Das Land Berlin hat als Referenzstadt für Energie- und Umwelttechnik herausragende technologische Lösungen für den russischen Markt zu bieten. Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass von diesem Forum Impulse gesetzt werden, eine dauerhafte wirtschaftliche und technologische Kooperation zwischen Berlin und den russischen Partnern zu etablieren.“

Nikolay W. Arefjew, Abgeordneter der Staatsduma, Stellvertretender Vorsitzender des Aus-schusses für Wirtschaftspolitik, Innovationsentwicklung und Unternehmertum:

„Die Modernisierung der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft der Russischen Föderation mit der Rücksicht auf unsere Umwelt ist eine der Kernprioritäten der Russischen Föderation. Dieser Prozess soll durch die Integration umweltfreundlicher und ökonomisch effizienter Technologien in den Bereichen Wasseraufbereitung, Behandlung der industriellen und kommunalen Abwässer, Sortierung und Gewinnung von wertvollen Rohstoffen sowie Verarbeitung von organischen und Nahrungsabfällen für die Biogasgewinnung, basieren. Ich freue mich, dass die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie zusammen mit EURORUSS das führende Berliner Know-how gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Betreibern aus der deutschen Hauptstadt den Technologie-Transfer und gemeinsame Kooperation fördern.“

Nikolai A. Kuzmin, Abgeordneter des Gebiets Leningrad, Stellvertretender Vorsitzender der Gesetzgebenden Versammlung:

„Das Konzept der regionalen Entwicklung soll zum größten Teil den bundesweiten Zielen entsprechen, jedoch ist es wichtig regionale Besonderheiten für innovative Energie- und Umweltlösungen thematisch zu berücksichtigen. Daher ist es wichtig, dass die Analyse der Faktoren der nachhaltigen Entwicklung und deren Umsetzung in konkrete Maßnahmen eine komplexe Aufgabe ist. Deutschland hat bedeutende Erfahrungen in der Entwicklung und Implementierung innovativer Technologien der Abfall-, Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie Energieeffizienz. In diesem Zusammenhang begrüße ich die Initiative der Berliner, die auf die Entwicklung der Partnerbeziehungen gerichtet sind und freue mich auf unsere gemeinsame Zusammenarbeit.“

Alexey A. Cherkashin, Vorstandsvorsitzender von EuroRuss e.V., Mitglied des Obersten Ökologischen Rates des Staatsduma Ausschusses für Naturressourcen, Umweltschutz und Ökologie: „Im Jahr 2010 wurde EURORUSS e.V. auf Initiative des Staatsduma Ausschusses für Naturressourcen, Umweltschutz und Ökologie mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung der Russisch-Europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Ökologie und rationellen Ressourcennutzung zu fördern. Seit dieser Zeit werden unter Führung des EURORUSS in Zusammenarbeit mit deutschen und europäischen Unternehmen in russischen Regionen wie Krasnodar, Kaliningrad, Khanty-Mansiisk und Baschkorstan gemeinsame Umweltschutzprojekte realisiert, die aufgrund der internationalen Ausrichtung eine dynamische Entwicklung der Kernpartneraktivitäten EURORUSS ermöglicht hat, und freuen uns, dass wir für die Berliner Unternehmen nützlich sind und Angebote für die Umsetzung ihrer Innovationspotentiale in Russland anbieten können.“

Melanie Bähr, Geschäftsführerin der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, erklärt: “Die Ausweitung der Kooperationsbeziehungen zwischen Berlin und der Russischen Föderation stellt für beide Seiten eine bedeutende wirtschaftliche Wachstumschance dar. Das Kooperationsforum hat gezeigt, dass der persönliche Austausch nicht nur eine Förderung der Investitionspolitik, sondern auch einen weitreichenden Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern auf unterschiedlichsten Ebenen mit sich bringt. Die Berliner Unternehmen können mit ihrer Expertise auf dem Gebiet der Energie- und Umwelttechnik Lösungspotentiale anbieten.“

Das Forum wurde gemeinsam von EURORUSS, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie veranstaltet und fand am 21. November in den Räumen der Berliner Wasserbetriebe (BWB) statt. Abgerundet wurde das Forum am 22. November durch drei parallele Besichtigungen des „Effizienzhaus Plus“, der Anlage für Oberflächenwasser Aufbereitung und Phosphor-Elimination der BWB und einer Sortieranlage der ALBA Berlin GmbH.

Im Mittelpunkt des Forums standen der Austausch von technologischen Lösungen und Innovationen in den Bereichen der Energie-, Abfall-, Wasser- und Abwassertechnik und die Identifizierung von Möglichkeiten für zukünftige Geschäfts- und Projektanbahnungen. Anhand von Impulsvorträgen und anschließenden themenbezogenen Workshops wurden gemeinsam konkrete Potentiale für die Zusammenarbeit identifiziert.