Startup-Verband und Berlin Partner legen den Berlin Startup Monitor 2020 vor

Der Bundesverband Deutsche Startups (Startup-Verband) und die Wirtschaftsförderung Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie haben heute den Berlin Startup Monitor 2020 veröffentlicht. Die Studie nimmt das Startup-Ökosystem der Hauptstadt in den Blick und erklärt, welche Faktoren Berlin zur Startup-Hochburg Deutschlands machen. Dabei zeigt die Studie auch, dass die Corona-Krise, trotz des deutlichen Wachstumspfads, die Berliner Startup-Landschaft vor enorme Herausforderungen stellt.

 

Drei Kernergebnisse des Berlin Startup Monitor:

  1. Berlin steht für Wachstum – Das ist in der Krise aber besonders gefährdet
    Berliner Startups erhalten wesentlich häufiger Wachstumskapital von Business Angels und Venture-Capital-Gebern als Unternehmen im Rest Deutschlands und zeichnen sich durch ihre enorm hohe Internationalisierungstendenz aus. Mit im Schnitt 32,7 Beschäftigten – knapp 20 mehr als im Bundesdurchschnitt – sind Startups in der Hauptstadt ein wichtiger Arbeitgeber. Doch die Corona-Krise gefährdet die Erfolge: Insbesondere das mögliche Ausbleiben von Finanzierungen führt zu Unsicherheiten und 78 Prozent der Berliner Startups sehen sich durch die Krise gefährdet.
  2. Berlin mit Schlüsselrolle bei der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft
    Über 52 Prozent der Berliner Startups sind im wachsenden B2B-Sektor tätig und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Dabei liegt ihr Fokus auf Software-as-a-Service (SaaS)-Lösungen, die sich durch ihre hohe Skalierbarkeit auszeichnen und mit denen die Startups die umfassende Digitalisierung der deutschen Wirtschaft vorantreiben. Dabei wird von den Gründerinnen und Gründern in Berlin auch der Zugang zur etablierten Wirtschaft als besonders positiv bewertet.
  3. Berliner Startups dominieren Finanzsektor der Zukunft
    Während der klassische Finanzsektor seinen Schwerpunkt in Frankfurt am Main hat, sind mit 35 Prozent mehr als ein Drittel der deutschen FinTechs in der Hauptstadt ansässig. Auch die innerhalb der Branche so wichtige Blockchain-Technologie spielt für Berliner Startups eine besonders große Rolle. Die großen Finanzierungsrunden Berliner FinTechs verweisen auf die Bedeutung dieser Branche und die internationale Sichtbarkeit des Berliner Ökosystems.  


Christian Miele
, Präsident des Startup-Verbandes, dazu: „Deutschland zeichnet sich durch seine Vielzahl an Startup-Hotspots aus. Berlin ist hier jedoch unangefochtener Spitzenreiter mit einer globalen Strahlkraft – nicht nur was internationale Investorinnen und Investoren, sondern insbesondere auch internationale Talente angeht. Die meisten deutschen Startups sind in der Hauptstadt zuhause und nirgendwo sonst in Deutschland beteiligen sie so oft ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Unternehmen – ein wichtiger Faktor, wenn es um das zukünftige Wachstum des Berliner Startup-Ökosystems geht!“

Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie: „Berlin ist die unangefochtene Hauptstadt der deutschen Startup-Szene und überzeugt auch im internationalen Wettbewerb mit seinen Standortvorteilen. Gründerinnen und Gründer profitieren hier von dem großen Talentpool, den etablierten Netzwerken zu Wissenschaft und Forschung und der dynamischen Wirtschaftslage – gerade auch in Zukunftssegmenten wie der FinTech-Branche. Der Startup-Monitor 2020 zeigt auch: besonders im wachsenden B2B-Sektor bieten sich zahlreiche neue Möglichkeiten für junge Unternehmen. Dies läutet eine Akzentverschiebung ein und bietet Chancen, das Ökosystem auch in Zukunft noch weiter voranzutreiben. Denn Berlin hat als Startup-Hotspot noch viel Potenzial!“

Ramona Pop, Bürgermeisterin Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin: „Die Bedeutung und Potentiale der Berliner Startups werden mit dem jetzt vorliegenden Berlin Startup Monitor nochmal unterstrichen. Mit unseren Programmen, wie dem Berliner Startup Stipendium oder dem Gründungsbonus, sind wir zur Stelle, um unkompliziert kreative und innovative Ideen zu fördern, die für die Zukunft Berlins Sinn machen. Hier haben wir in Krisenzeiten unsere Unterstützung verdreifacht. Denn wir wollen, dass Berlin auch nach der Corona-Pandemie Startup-Hauptstadt bleibt. Genauso versorgen wir seit über 20 Jahren ‚erwachsene‘ Startups mit VC-Runden über die IBB-Bet mit Kapital. Die neu aufgelegte zweite Säule der Corona Startup Hilfen des Bundes bearbeiten wir für Berlin gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin. Damit stellen wir gewichtige Landes- und Bundesmittel zur Unterstützung von der Corona-Krise betroffener Startups zur Verfügung. Denn unserer Meinung und Erfahrung nach zahlt sich staatliches Engagement langfristig auch ökonomisch für Berlin aus.“

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Berlin hat in den vergangenen Jahren eine zweite Gründerzeit erlebt: Die Stadt ist zum Anziehungspunkt für kreative Menschen aus aller Welt geworden, die hier die Chance sehen, ihre Ideen gemeinsam mit anderen in die Tat umzusetzen. Die Anfänge dieser Entwicklung lagen in einer für Berlin krisenhaften Zeit wirtschaftlicher Schwäche, die gleichzeitig Raum entstehen ließ für innovationsfreudige und mutige Entrepreneure. Der Startup-Monitor zeigt, wie erfolgreich die jungen Berliner Unternehmen heute sind und wie sich die Startup-Szene zu einem der tragenden Säulen der hiesigen Wirtschaft entwickelt hat. Er zeigt aber auch, welche Schwierigkeiten gerade die Corona-Krise auch für die Gründerinnen und Gründer gebracht hat. Was Berlin trotz aller Krisen immer ausgemacht hat und ausmachen wird, ist ihre Internationalität, die Kultur der Offenheit für Neues und die Entfaltungsmöglichkeiten, die unsere Stadt bietet. Hinzugekommen sind in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten der Vernetzung mit einer exzellenten Wissenschafts- und Forschungslandschaft und mit den vielen Talenten, Expertinnen und Experten, die ihre Fähigkeiten und ihre Ideen am Standort einbringen. Der Senat wird weiter daran arbeiten, diese Rahmenbedingungen für unsere Startup-Metropole-Berlin gemeinsam mit Gründerinnen und Gründern weiterzuentwickeln.“

Hier können Sie sich den Berlin Startup Monitor herunterladen.

 

Über den Startup-Verband
Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. wurde im September 2012 in Berlin gegründet. Der Verein ist der Repräsentant und die Stimme der Startups in Deutschland. Er erläutert und vertritt die Interessen, Standpunkte und Belange von Startup-Unternehmen gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung und Öffentlichkeit. Er wirbt für innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Netzwerk der Startups in Deutschland.