Life Sciences Report 2019 / 2020

Die Hauptstadtregion ist in Sachen Life Sciences und industrieller Gesundheitswirtschaft national und international exzellent aufgestellt. Das Cluster HealthCapital zählte zum Stichtag 31. Dezember 2019  34 Unternehmen der Pharmabranche, 255 aus der Biotechnologie und 332 aus Medizintechnik und Digital Health. Auf 50 Seiten gibt der heute vom Cluster vorgelegte Life Sciences Report einen Überblick über Forschungs- und Technologietrends, Leuchtturmprojekte und aktuelle Wirtschaftszahlen der Lebenswissenschaften in der Hauptstadtregion sowie zu Unternehmen der Teilbranchen Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik und Digital Health. Dazu zählen Großkonzerne wie Bayer, Pfizer, Sanofi und Takeda, kleine und mittlere Unternehmen wie Berlin Heart und Medipan sowie aufstrebende Startups wie Ada Health und Doctolib.

Das große Potenzial der Gesundheitsregion zeigt sich – auch und gerade in der anhaltenden Corona-Pandemie – nicht nur quantitativ und qualitativ in der Summe seiner starken Akteure, sondern auch in ihrer engen Zusammenarbeit. Dies gilt von der Grundlagenforschung über die Entwicklung von Therapeutika, Diagnostika und Devices bis hin zu digitalen Anwendungen für den Patienten. Exemplarisch wird das im Kapitel Regional Roadmap zusammengefasst, in dem die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette mit dem Ziel, Diagnostik zu verbessern und Therapien zu personalisieren, beschrieben wird.

Dr. Kai Bindseil, Abteilungsleiter Gesundheitswirtschaft bei Berlin Partner und Clustermanager HealthCapital: „Die aktuelle Krisensituation ist eine Herausforderung aber auch ein Wandelbeschleuniger. Sie eröffnet neue Chancen und viele werden weltweit daran arbeiten, um zu profitieren. Die Zahlen und Fakten des Life Sciences Report zeigen eindrucksvoll, wie gut die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg in diesem Wettbewerb der besten Ideen aufgestellt ist. In Berlin und Brandenburg haben exzellente Akteure in Wissenschaft und Wirtschaft hier ihren Standort, arbeiten gemeinsam und mit internationalen Partnern Tag für Tag an Innovationen für eine bessere Gesundheitsversorgung zum Wohle des einzelnen Patienten. Nur wenige Orte können derzeit mit größerer Überzeugungskraft zu einer großen Anstrengung in der Gesundheitsforschung aufrufen und sich selbst als Zentrum dafür empfehlen. Die Hauptstadtregion gehört – nach wie vor – zweifellos dazu.“

Ermöglicht wird das durch exzellente Forschung und Entwicklung in den zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen und Forschungsverbünden, von denen neben Leuchttürmen wie die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Berlin Institute of Health und das Hasso-Plattner-Institut eine Reihe weiterer im Report vorgestellt werden. Der Life Science Report bietet alle zwei Jahre einen ausführlichen Überblick über alle Trends und Entwicklungen in den Lebenswissenschaften und der Gesundheitswirtschaft der Hauptstadtregion. Entlang der Branchen Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik und Digital Health wird dargestellt, wie gut die Hauptstadtregion mit innovativen Technologien, digitaler Diagnostik, neuen Formen der Wirkstoffentwicklung, personalisierter Medizin und einer wachsenden Translations-Infrastruktur für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt ist.

Entlang aller Teilbranchen werden dabei vier Schlüsseltechnologien eine besondere Rolle spielen:

  1. Die prominenteste unter ihnen ist dabei das Forschungsfeld der künstlichen Intelligenz. Von personalisiertem Healthcare-Management bis zur Diagnostik über Deep-Learning-Technologien in bildgebenden Verfahren sind die Möglichkeiten dieser Technologie im Healthcare-Bereich nahezu grenzenlos. Neben vielversprechenden Startups wie Ada und Merantix arbeiten in der Region aktuell 20 Forschungsgruppen an Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz für die Gesundheitsversorgung.
  2. In der Medizintechnik steht vor allem die additive Fertigung im Fokus. Mit neuesten 3-D-Druck-Technologien können nicht nur Prothesen und Implantate individuell angefertigt, sondern auch menschliches Zellgewebe oder sogenannte Mini-Organe künstlich hergestellt werden und damit die Abhängigkeit von Spenderorganen in der Zukunft deutlich reduzieren.
  3. Unter dem Begriff ATMPs (Advanced Therapy Medicinal Products) werden Gentherapeutika, Zelltherapeutika und biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte zusammengefasst. ATMPs haben das Potenzial durch individualisierte Behandlung die regenerative Medizin maßgeblich zu verändern. Eine hochmoderne Forschungsstruktur wird dafür am Charité-Standort Virchow-Klinikum eingerichtet. Das Ziel: neuartige Therapiekonzepte schneller in den klinischen Alltag integrieren.
  4. Auf dem Gebiet der Gentherapie weckt die Genschere CRISPRCas9 große Hoffnungen, Erbkrankheiten auf molekularbiologischer Ebene zu behandeln. Emmanuelle Charpentier, die die Grundlage für CRISPR-Cas9 mit ihren Erkenntnissen auf dem Gebiet der RNA-vermittelten Regulierung schuf, arbeitet in der Hauptstadtregion als Gründungsdirektorin an der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene. Aber auch die Industrie setzt auf neuartige Zelltherapien, zum Beispiel für die Behandlung von Krankheiten wie Parkinson oder Herzinsuffizienz.

Der vorgelegte Life Sciences Report ist ein Beleg für die die einzigartige Forschungs- und Wissenschaftslandschaft in der Hauptstadtregion und ihrer vielseitigen Vernetzungsmöglichkeiten mit Kliniken und Wirtschaft. Den vollständigen Life Sciences Report 2019 / 2020 können Sie hier herunterladen.