Israelische Unternehmer bestätigen große Nachfrage nach Berliner Expertise

Rund 120 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung besuchten am Sonntag das vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller eröffnete Berliner Wirtschaftsforum in Tel Aviv. In drei Diskussionsrunden und über 60 individuellen Geschäftsgesprächen erörterten die Teilnehmer aus Berlin und Israel Zukunftsvisionen und konkrete Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten im Bereich der städtischen Infrastruktur, im High-Tech-Sektor und bei der Vernetzung der Start-up-Szene beider Länder. Am Nachmittag stellte Berlin Partner außerdem ein Start-up-Austauschprogramm zwischen Berlin und Tel Aviv vor.

Der große Zuspruch der israelischen Forumsteilnehmer unterstrich die Attraktivität und Zugkraft der 28-köpfigen Berliner Wirtschaftsdelegation, die sich seit Samstag in Israel aufhält. Die Teilnehmer stammen aus den Bereichen Bau, Energie, Gesundheit, Start-ups, Umwelt und Verkehr. Insbesondere die Entwicklung der israelischen Großstädte zu „Smart Cities“ und das dynamische Start-up-Umfeld des Landes bieten der Berliner Delegation auf ihrer Israelreise ein großes Gesprächs- und Kooperationspotenzial, wie das Wirtschaftsforum deutlich machte.

An der Eröffnung des Forums mit Titel „Berlin-Tel Aviv Business Forum: Innovate! Progressing into the Future“ nahmen auch die Vize-Bürgermeisterin von Tel Aviv, Mehereta Baruch-Ron, sowie der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags und der IHK Berlin, Dr. Eric Schweitzer, teil.

IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer zog ein positives Fazit über das Wirtschaftsforum: „Die Berliner Unternehmer haben den israelischen Partnern heute eindrucksvoll vermittelt, dass sie für wegweisende Zukunftslösungen, hohe Innovationskraft und exzellente Qualität stehen. Die geschlossenen Vereinbarungen zeigen bereits das Vertrauen in das Berliner Know-how. Es gilt nun die zahlreichen neuen Geschäftskontakte zu nutzen, um gemeinsam Smart Solutions für die Metropolen und Industrien der Zukunft auf den Weg zu bringen. Berliner und Israelis sind Impulsgeber ihrer dynamischen Städte; ich bin daher zuversichtlich, dass dies gelingen wird.“

Im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller wurden drei wichtige Kooperationsvereinbarungen geschlossen:

  • Dr. Eric Schweitzer unterzeichnete für die IHK Berlin eine Kooperationsvereinbarung mit dem Berlin-Tel Aviv Technology and Entrepreneurship Committee (BETATEC), einer Kooperationsplattform der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer. Ziel der Vereinbarung ist, mit konkreten Initiativen in den nächsten Jahren die Wirtschaftszusammenarbeit zwischen Berlin und Israel in den Feldern IKT und Start-ups, Industrie sowie Forschung und Entwicklung zu stärken.
  • Die Berliner Charité unterzeichnete eine Absichtserklärung mit der israelischen Firma Pluristem Inc. über eine gemeinsame Studie in der Stammzellenforschung.
  • Außerdem wurde ein Kooperationsvertrag zwischen Berlin Partner und Tel Aviv Global, der Wirtschaftsfördergesellschaft von Tel Aviv, zur gegenseitigen Unterstützung und Vernetzung von Start-ups geschlossen.

  • Der Regierende Bürgermeister Michael Müller: „Tel Aviv und Berlin sind junge, quirlige Städte, die Kreative, Talente und Gründer aus aller Welt anziehen. Ich freue mich, dass wir Kooperationen zwischen beiden Städten nachhaltig ausbauen. Die heutige Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Tel Aviv Global und Berlin-Partner ist daher ein gutes und wichtiges Zeichen für die Intensivierung unserer Zusammenarbeit. Das Beste ist, wenn wir die hellsten Köpfe, die klügsten Talente und die kreativsten Geister aus beiden Städten zusammenbringen. Ich unterstreiche den Satz des Start-up Experten Mickey Steiner von BETATEC, der kürzlich sagte: ,Israel und Deutschland sind ein perfektes Team'."

Prof. Georg Duda, der als Repräsentant der Charité Berlin an der Delegationsreise teilnimmt, sagte: „Die Israelische Firma Pluristem ist weltweit einer der wenigen Anbieter von Stammzellen, die als „off the shelf“ Produkte verfügbar sind. In einer langjährigen Partnerschaft haben wir bereits gemeinsame Produktideen verwirklichen können. Das technische Know-How von Pluristem einerseits kombiniert mit einem tiefgreifenden Verständnis der klinischen Notwendigkeiten und des biologischen Mechanismus an der Charité andererseits, ermöglicht gemeinsam neue Wege in der Zelltherapie zu gehen. Gerade dieser komplementäre Verbindung bietet langfristige ein enormes Potenzial, neue Therapieansätze in Bereichen zu entwickeln, wo derzeit keine oder kaum Optionen existieren.“

 

Berlin Partner: Israelische Gründer pitchen für ersten Platz im Austauschprogramm

„The beating heart of the country’s bubbly innovative scene“ – so bezeichnet Tel Avivs Regierender Bürgermeister, Ron Huldai, seine Stadt. Ein Profil, das bestens zur boomenden Startup-Szene der deutschen Hauptstadt passt, findet auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Gemeinsam werden beide heute zu Schirmherren für ein Startup-Austauschprogramm, das Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie auf den Weg gebracht hat. Das Programm umfasst die kostenlose Nutzung von Co-Working-Spaces für zwei bis vier Wochen. Teil des Programms sind die T-Labs, das Charlottenburger Innovationszentrum, Rainmaking Loft, das Betahaus, GTEC, Ahoy, das Cleantech Innovationcenter, die TU Berlin sowie die HWR. Während ihres Aufenthalts werden die israelischen Gründer mit der Berliner Startup-Szene aber auch potenziellen Kooperationspartnern der etablierten Wirtschaft vernetzt. In Tel Aviv steht den Berliner Gründern The Library als Co-Working-Space zur Verfügung.

„Berlin und Tel Aviv haben vieles gemeinsam: Beide Städte zählen zu den weltweit angesagten Startup-Hotspots, sie ziehen junge, kreative Talente an und sind so zur Schmiede für Zukunftstechnologien geworden. Mit dem Programm unterstützen wir hiesige Gründer bei der Internationalisierung. Der Kontakt zu den über 1.000 High-Tech-Unternehmen in Tel Aviv und der Zugang zur dortigen Investoren-Landschaft sind interessant für Berliner Startups“, erklärt Andrea Joras, Geschäftsführerin von Berlin Partner, „auf israelischer Seite werben wir für Berlin als besten Standort zur Erschließung des europäischen Marktes.“

Der erste Platz im Austauschprogramm wird heute an ein israelisches Startup vergeben: Bei einem Pitch-Event im angesagten Co-Working-Space von WeWork treten die ersten Interessierten an. Künftige Bewerbungen können auf unserer Seite eingereicht werden.