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Berlin goes Brasilien

Berlin, 8. Juni 2026 – Mitten im Berliner Sommer macht sich eine Wirtschaftsdelegation um Senatorin Franziska Giffey am 7. Juni auf den Weg ins „winterliche“ Brasilien. Dort, genauer in Rio de Janeiro und São Paulo, herrschen tagsüber derzeit milde Temperaturen um die 22 bis 24 °C – ideale Voraussetzungen also, um Einblicke in die brasilianische Wirtschaft und insbesondere in brasilianische Zukunftstechnologien in Bereichen wie Smart City, Mobilität, KI und Energie zu erhalten.

Brasilien ist das größte Land Südamerikas. Nach Jahren des stabilen Wachstums geriet es 2014 in eine schwere Wirtschaftskrise. 2021 setzte ein Aufschwung ein, der seither mit großem wirtschaftlichem Potential einhergeht. Das Land ist für viele natürliche Ressourcen, eine vielseitige Industrie und gut ausgebildete Fachkräfte bekannt. Besonders relevant ist die Landwirtschaft. Brasilien gehört weltweit zu den größten Produzenten von Kaffee, Zucker, Fleisch und Soja. Gleichzeitig verfügt es über große Vorkommen an unter anderem Seltenen Erden und viel Potential hinsichtlich der Herstellung von grünem Wasserstoff und der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Am 20. April 2026 vereinbarten deutsche und brasilianische Regierungsvertreterinnen und -vertreter aus diesem Grund mehr Kooperation in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Klima, Meer, Quantentechnologien und Satellitenmissionen.

Die engere wirtschaftliche Verzahnung mit dem südamerikanischen Land spielt auch für die Entwicklung der Berliner Wirtschaft eine Rolle. Lateinamerika und insbesondere Mexiko und Brasilien sind Teil der Internationalisierungsstrategie des Berliner Senats. Zudem steht die EU kurz vor dem Abschluss eines Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Das Abkommen soll Zölle senken, den Zugang zu Dienstleistungen und wichtigen Rohstoffen verbessern und damit neue Chancen für europäische und in diesem Kontext auch für Berliner Unternehmen schaffen. Insgesamt ist Lateinamerika eine wirtschaftlich und politisch vielfältige Region. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Wirtschaftsleistung dort mehr als verdreifacht.

Die Delegationsreise von Senatorin Giffey und Berliner Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern vom 7. bis 12. Juni 2026 dient vor allem dem wirtschaftlichen Austausch. In Rio de Janeiro sind die Besichtigung eines innovativen Stadtprojekts und Site Visits zu Einrichtungen wie dem Centro de Operações Rio (Smart-City- und Krisenmanagement), Fiocruz (Gesundheitsforschung) oder dem nationalen Stromnetzbetreiber ONS geplant. Weitere Programmpunkte sind Besuche des Forschungs- und Entwicklungszentrums CENPES Petrobas sowie des Technologiepark der UFRJ, eines der bedeutendsten Innovationsökosysteme Brasiliens, das Unternehmen, Forschungszentren und angewandte Forschungsinitiativen in den Bereichen Technologie, Energie, Ingenieurwesen und Nachhaltigkeit vereint. Ergänzt wird das Programm durch den Besuch des Web Summit Rio und mehrere Networking-Veranstaltungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik. In São Paulo stehen Innovation, Forschung und Unternehmertum ebenfalls im Fokus. Geplant sind unter anderem Besuche des Startup-Hubs Cubo Itaú, des Forschungsinstituts Instituto de Pesquisas Tecnológicas (IPT) und des Centro de Pesquisa e Inovação em Gases de Efeito Estufa (RCGI) der USP (Universität São Paulo)

Außerdem finden eine Podiumsdiskussion zu den Chancen des Mercosur-Abkommens für Berliner Unternehmen und weitere Netzwerkveranstaltungen statt.

Am 12. Juni 2026 tritt die Delegation schließlich die Rückreise nach Berlin an, wo sie von einem hoffentlich ähnlich mildem Klima erwartet wird wie in Brasilien.

 

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