Berlin is knorke: AssistMe GmbH
Berlin, 29.06.2026 - In Deutschland leben schätzungsweise über 5,5 Millionen pflegebedürftige Menschen, und ein erheblicher Teil von ihnen wird in stationären Einrichtungen betreut. Allein im Jahr 2025 verfügten etwa 11.646 Alten- und Pflegeheime über rund 914.000 Pflegeplätze. Diese Dimensionen machen deutlich, welche immense Verantwortung und Belastung auf Pflegekräften lastet – eine Herausforderung, die angesichts des Fachkräftemangels weiter wächst. Für das Berliner Health‑Tech-/MedTech‑Startup AssistMe sind diese Zahlen jedoch nicht nur eine statistische Größe, sondern der Ausgangspunkt für innovative Ideen und Visionen. Das Unternehmen entwickelt digitale Assistenzlösungen, die Pflegekräfte in ihrem Alltag entlasten und gleichzeitig die Versorgung pflegebedürftiger Menschen verbessern sollen – mit dem Ziel, Pflegequalität nicht nur zu sichern, sondern nachhaltig zu optimieren.
Die AssistMe GmbH wurde 2017 von Julio Brandl in Berlin gegründet und adressiert strukturelle Probleme und Herausforderungen im Pflegesektor. Digitale Lösungen sollen Pflegeprozesse effizienter machen und gleichzeitig die Qualität der Versorgung verbessern. Kein leichtes Unterfangen – schließlich steht dem anhaltenden Personalmangel in der Pflege eine steigende Zahl an Pflegebedürftigen gegenüber. An genau diesem Punkt setzt AssistMe an und will Pflegeprozesse mit sensorbasierten IoT-Lösungen und einer SaaS-Plattform digitalisieren.
Das zentrale Produkt des Startups ist das digitale Assistenzsystem alea®, mit dem Inkontinenz in Echtzeit erkannt werden kann. In Deutschland sind etwa rund 10 Millionen Menschen davon betroffen. Das sensorbasierte System basiert auf einer Kombination aus Hard- sowie Software. Sensorstreifen, die in Inkontinenzprodukte integriert werden, messen den Füllstand, während ein kleiner Clip die Daten erfasst und an eine Cloud-Plattform überträgt. Pflegekräfte erhalten diese Informationen in Echtzeit über eine App oder Webanwendung und können so schneller reagieren und ihre Patientinnen und Patienten versorgen. Somit lassen sich zum einen Kontrollgänge reduzieren, zum anderen werden Pflegeprozesse effizienter und sowohl für Betroffene als auch für Pflegekräfte zielführender gestaltet. Neben dem Inkontinenzmonitoring kann das System auch Bewegungsmuster analysieren, Stürze erkennen und automatische Dokumentationen erstellen. Die KI-gestützte Auswertung ermöglicht die frühzeitige Intervention durch das Pflegepersonal. So lassen sich beispielsweise Hautirritationen oder Drückgeschwüre bei den Patientinnen und Patienten vermeiden.
Die Digitalisierung der Pflege bedeutet für das Team vom AssistMe dabei jedoch nicht, Pflegepersonal durch digitale Prozesse zu ersetzen, sondern viel mehr Abläufe und Routinen zu optimieren und effizienter zu gestalten. Der pflegende Mensch sowie Patientin und Patient stehen dabei klar im Fokus. Um die Chancen digitaler Lösungen in der Pflege also folglich gemeinsam mit den Personen, die unmittelbar involviert und betroffen sind, sichtbarer zu machen und zu nutzen, setzt das Startup auf Partnerschaften mit Pflegeheimbetreibern, kooperiert mit Partnerinnen und Partnern aus der Wissenschaft und schließlich auch mit Herstellern von Inkontinenzprodukten. Berlin als attraktiver Standort bietet sich für CEO Julio Brandl und seine Mitarbeitenden dabei aus verschiedenen Gründen an. So profitiert das Unternehmen in der Hauptstadtregion von einem dynamischen technologischen sowie digitalen Umfeld ebenso wie von der unmittelbaren Nähe und dem Zugang zu relevanten Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitssektor, zu denen auch renommierte Einrichtungen wie die Charité Berlin zählen.
Zusammenfassend gehört AssistMe zu einer wachsenden Gruppe von Digital-Health-Startups, die es ermöglichen, IoT-Technologien in der Pflege einzusetzen. Nachdem das Unternehmen 2023 in der Kategorie iOT / Industrie 4.0 mit dem Deep Tech Award ausgezeichnet wurde, war es 2025 für den Innovationspreis Berlin Brandenburg nominiert. Darüber hinaus konnte AssistMe im vergangenen Jahr frisches Kapital in Höhe von 5,2 Millionen Euro von einer Reihe von Investoren wie unter anderem Albers Investment und IBB Capital einsammeln und will dieses nutzen, um das digitale Assistenzsystem alea® weiter in der ambulanten sowie klinischen Pflege zu etablieren und darüber hinaus eine Produktion in Brandenburg aufzubauen.