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Berlin is knorke: Wie wär´s mit der Wahrheit?

Berlin, 27. Mai 2026 – Wenn Gretchen Heinrich Faust im gleichnamigen Drama die berühmte und direkte Frage „Nun sag, wie hast du´s mit der Religion?“ stellt, bringt sie Goethes Protagonisten in die Bredouille: Er muss seine tatsächlichen Überzeugungen offenlegen. Seither hat sich die „Gretchen-Frage“ in unserem Sprachgebrauch als eine Art Metapher etabliert. Die jeweilige Antwort soll eine ehrliche Position, Haltung oder, im Falle des Berliner Startups Gretchen AI, die Wahrheit offenlegen. Das junge Unternehmen ist eine Ausgründung aus dem Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und entwickelt Technologien, die Manipulationen in Bildern, Videos und Audiodateien erkennen sowie den Kontext digitaler Informationen analysieren. Das Ziel dabei ist es, Desinformation schneller und zuverlässiger aufzudecken und etwas zu stärken, was heute mehr und mehr verloren geht: Vertrauen.

Gegründet wurde das Startup 2024 von AI-Experte Dr.-Ing. Tim Polzehl, DevOps-Experte Arnab Das und AI Agent- sowie RAG-Experte Daniel Röder. Die drei Gründer sind allesamt ehemalige DFKI-Forscher und bündeln ihre Expertise nun, um die Verifikation digitaler Informationen zu vereinfachen und Desinformation durch KI-Technologien zu bekämpfen. Denn wer kennt es nicht: Ob in Artikeln, Videos oder auf Bildern, es wird zunehmend schwieriger, zwischen Wahrheit und Fake-News zu unterscheiden. So geht es zum einen den „Endkonsumenten“, zum anderen aber auch denjenigen, die Informationen und Fakten aufbereiten: Journalistinnen, Journalisten, Redakteurinnen, Redakteuren, aber auch Behörden und Institutionen. Aufbauend auf langjähriger Forschung hat Gretchen AI eine Plattform entwickelt, die KI-Agenten, Deepfake-Erkennung und kontextbasierte Analyse miteinander kombiniert. Nutzerinnen und Nutzer können über eine einzige Anfrage, die „Gretchen-Frage“, komplexe Analysen durchführen und beispielsweise die Authentizität eines Bildes oder eines Videos überprüfen. Die Technologie geht dabei aber noch über die klassische Deepfake-Erkennung hinaus. Um den ursprünglichen Kontext eines Mediums zu identifizieren, wird die forensische Analyse mit einer automatisierten Online-Recherche verbunden. Die Ergebnisse werden mit Quellen belegt – ein entscheidender Vorteil insbesondere für Journalistinnen, Journalisten oder Organisationen, die Faktenchecks durchführen. Zusätzlich verfügt die Plattform über Funktionen für Wissensmanagement, KI-gestützte Suche und Content-Erstellung. So lässt sie sich direkt in unter anderem die professionelle Redaktionsarbeit integrieren.

Die Technologie hinter der Plattform des Startups klassifiziert Inhalte dabei aber nicht nur als „wahr“ oder „falsch“, sondern liefert Kontext. Denn oftmals lassen sich komplexe Zusammenhänge nur mit dem richtigen Hintergrundwissen tatsächlich verstehen und einordnen. Das Team rund um Gründer Tim Polzehl ist überzeugt: Faktenchecks sollten im Umgang mit Medienkonsum alltäglicher sein, müssen dafür gleichzeitig aber mit weniger Aufwand umsetzbar sein. Die automatisierte Lösung von Gretchen AI spart Zeit und Ressourcen zugleich. Unter dem Dach von Newspolygraph, einem deutschen Forschungsprojekt zur KI-basierten Erkennung von Desinformation und Deepfakes, arbeitet das Unternehmen bereits mit öffentlich-rechtlichen Medien zusammen. Gemeinsam mit der Deutschen Presse-Agentur dpa entwickelt das Team zudem eine Referenzdatenbank mit verifizierten Fakten.

Innovationsgeist, der nicht unbemerkt bleibt. So wurde das Unternehmen 2025 mit dem Deepfake Detection Challenge Award der Bundesagentur für Sprunginnovation SPRIND ausgezeichnet und war für den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2025 nominiert. Diesen Mai 2026 gewannen sie zudem den Deep Tech Award in der Kategorie „Künstliche Intelligenz“ – ein Award, der herausragende Unternehmen auszeichnet, die mit ihren Entwicklungen die Zukunft prägen. 

Nur ein Jahr nach Unternehmensgründung lässt dies zukünftig auf weitere spannende und selbstverständlich verifizierte Neuigkeiten rund um Gretchen AI hoffen. 

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