Skip to main content

Berlin is knorke: Baustoffe der Zukunft

Berlin, 28. September 2026 – Wer in Berlin unterwegs ist, bemerkt schnell: In der Stadt wird viel gebaut. Logisch, dass dabei auch jede Menge Abfall entsteht. So fallen in Berlin jährlich allein zwei Millionen Tonnen Aushub an. Dabei handelt es sich um Erdreich, das für den Bau von Neubauprojekten aus der Erde ausgehoben wird. Derzeit wird der Aushub als Abfallprodukt überwiegend deponiert. Dass er sich jedoch auch anders, nämlich weitaus nachhaltiger und innovativer nutzen lässt, daran arbeitet das 2025 gegründete Berliner ClimateTech-Startup Earthbound GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert tragfähige Lehmbaustoffe aus urbanem Bauaushub. Das Ziel ist es, den Aushub aus dem bestehenden Abfallstrom in einen regionalen Materialkreislauf zu überführen und ihn somit zu einem zirkulären Baustoff zu machen.

Für die Herstellung des tragfähigen Massivbaustoffs verarbeitet Earthbound lehmhaltigen Bauaushub – und das ganze ohne Brennprozess und chemische Stabilisatoren. Stattdessen kommt eine im Forschungskontext der Bauhaus Erde gGmbH entwickelte Technologie zum Einsatz. Die mit dem Formpressverfahren hergestellten Lehmbaustoffe sind laut Unternehmensangaben vollständig recyclebar und für den Einsatz im Bauwesen ausgelegt. Derzeit betreibt das Unternehmen eine halbautomatische Pilotproduktion von rund 30.000 Steinen in Räumlichkeiten der Urban Tech Republic in Berlin-Tegel und nutzt (noch) gemietete Maschinen. So können Produktionsprozesse, Materialaufbereitung und Qualitätskontrolle erprobt werden. Für das Team rund um die Gründer Christian Gäth, David Janotta und Micha Kretschmann steht der nächste Schritt jedoch bereits fest: Die Pilotproduktion soll in ein skaliertes, industriell belastbares Gesamtsystem überführt werden. Nachdem das Startup seine Technologie also bereits erfolgreich anwenden konnte, geht es in Zukunft vor allem darum, industriell zu skalieren und die Grundlagen für eine automatisierte Serienproduktion mit deutlich höherer Kapazität zu schaffen. Da im Bausektor neben der Ressourcenschonung zunehmend auch die Reduktion von Treibhausgasemissionen im Fokus steht, bieten die Lehmbaustoffe von Earthbound einen weiteren entscheidenden Vorteil: Gegenüber konventionellen Baustoffen verursachen sie über 95 Prozent weniger Treibhausgasemissionen.

Die Wahl von Lehm als Baustoff kommt nicht von ungefähr. Das natürliche Verwitterungsprodukt von Gestein ist regional in großen Mengen verfügbar. Die Verarbeitung erfordert vergleichsweise wenig Energie, das dabei entstehende Produkt ist langlebig und für den Massivbau geeignet. Dass mineralischer Bauaushub bisher überwiegend als Abfall entsorgt wird, obwohl sich viele Böden für die Herstellung von Lehmbaustoffen eignen, liegt auch an fehlenden Wertschöpfungsketten. Zudem braucht es Maschinen, die spezifischen Anforderungen entsprechen. Earthbound setzt deshalb dort an, wo das größte Potential besteht. Das Unternehmen untersucht mineralische Böden, entwickelt Materialrezepturen und überführt diese in Produktionsprozesse. Unterstützt wird das Startup dabei auch von Berlin Partner. Der Berliner Wirtschaftsförderer stellt seine Expertise in den Bereichen Förderung und Kooperation zur Verfügung.

Stichwort Kooperation. Nach der erfolgreichen Erstprüfung der Lehmbaustoffe und ihrer Überführung in die Serienfertigung sucht das Unternehmen nun Partnerinnen und Partner aus dem Bausektor, die gemeinsam mit dem Startup Pilotproduktionen starten. Ausreichend Potenzial dürfte es geben. Die zahlreichen Berliner Baustellen verdeutlichen, wie groß der Bedarf an nachhaltigen Baustoffen künftig sein könnte.

© Raquel Gómez Delgado

© Rademaker

TeilenShare

TOMORROW'S HEALTH. THINKING IN BERLIN TODAY.

27.01.2022
Ada Health is an AI-powered app that helps people to better understand and manage their health and find the next steps for the right treatment.

Read more

SUCCESS STORY: BERLIN SETS ITS SIGHTS HIGH

27.01.2022
LifeEO, based in Kreuzberg, Germany, has developed an artificial intelligence that uses satellite data to monitor the safety of rail lines, power lines and infrastructure worldwide.

Read more

WHO Pandemic Early Warning Centre:

27.01.2022
The World Health Organization (WHO) will open a Global Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence in Berlin this year, creating shared access to critical multisectoral data to better identify future health threats.

Read more

Venture Leap

27.01.2022
During the Corona crisis, this young company from the Charlottenburg Innovation Center (CHIC) developed its Probatix software - now a successful SaaS product that is in use throughout Germany.

Read more

BERLIN SIMPLIFIES PROCESSES.

27.01.2022
5Micron is developing a contactless sensor system that anonymously records encounters, but also movement patterns, for example in entrance zones. This function is intended to contribute to relieving the burden of everyday processes.

Read more

BERLIN IS ONE OF THE WORLD'S TOP LOCATIONS

27.01.2022
In recent years, the capital region has established itself as the leading German location for the healthcare industry, especially in the field of life sciences.

Read more