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Mit der KEK auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität

Mit der KEK hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Unternehmen auf ihrem Weg in Richtung Klimaneutralität unterstützt – praxisnah, kostenfrei und wirkungsorientiert. Im Gespräch erläutert Wirtschaftssenatorin Giffey, warum die KEK bereits heute ein wichtiger Motor für die Transformation der Berliner Wirtschaft ist, welche neuen Impulse durch die Partnerschaft von Berlin Partner und der Berliner Energieagentur entstehen – und weshalb Themen wie Energieeffizienz, Energieresilienz und zirkuläre Wertschöpfung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen sind.

Frau Senatorin Giffey, die Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK) wurde bereits seit 2022 als Beratungsstelle für Berliner Unternehmen ins Leben gerufen. Warum ist die KEK für Berlin wichtig?

Wir wollen Berlin zu einem der führenden Wirtschafts- und Innovationsstandorte Europas weiterentwickeln – und unsere Stadt zugleich bis 2045 klimaneutral machen. Das ist anspruchsvoll, aber erreichbar, wenn wir mehr erneuerbare Energien nutzen, die Energieeffizienz deutlich steigern und die Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität konkret unterstützen.
Genau an diesem Punkt setzt die KEK an. Sie ist die zentrale, kostenfreie Anlaufstelle für Berliner Betriebe, die sich im breiten Förderangebot zurechtfinden müssen. Dort erhalten sie Lösungen für die Praxis – von effizienteren Anlagen über erneuerbare Energien bis hin zur Kreislaufwirtschaft. Ein Beispiel zeigt das sehr gut: Ein Berliner Hersteller von Serien- und Einzelteilen aus Stahl hat sich von der KEK beraten lassen und tauscht nun einen ineffizienten Druckluftkompressor aus. Gleichzeitig wurde geprüft, wie sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach rechnet. Die Investition in den neuen Kompressor kann sich voraussichtlich in rund einem Jahr amortisieren. Das macht deutlich, welchen Unterschied eine rechtzeitige, gute Beratung für Kosten und Unabhängigkeit bei den Energiepreisen machen kann.
Seit 2022 hat die KEK über 600 Basisberatungen, mehr als 70 Detailberatungen und 25 Workshops durchgeführt, die Rückmeldungen der Unternehmen sind durchweg positiv und ein großer Teil setzt anschließend Maßnahmen um. Die KEK ist damit zu einem wichtigen Motor geworden, um unsere Klimaziele zu erreichen und die Berliner Wirtschaft zugleich robuster, innovativer und zukunftsfähiger aufzustellen.

Berlin Partner und, seit Anfang diesen Jahres, die Berliner Energieagentur GmbH (BEA) leiten gemeinsam die KEK. Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Weiterentwicklung und welche neuen Angebote oder Synergien entstehen durch diese Partnerschaft?

Die Transformation und die Dekarbonisierung sind für viele Berliner Unternehmen ein echter Kraftakt. Steigende Energiepreise, fragile Lieferketten und wachsende Vorgaben setzen gerade kleine und mittlere Betriebe unter Druck. Gleichzeitig wissen wir: Jetzt entscheidet sich, wer auch in zehn oder zwanzig Jahren noch wettbewerbsfähig ist. Berlin Partner ist als landeseigene Wirtschaftsförderung ganz nah an den Betrieben dran, kennt ihre Sorgen, aber auch ihre Innovationskraft. Die Kolleginnen und Kollegen dort wissen, wo Förderung so ansetzen muss, damit sie im Alltag wirklich hilft.
Mit der Berliner Energieagentur haben wir eine Partnerin an der Seite, die seit vielen Jahren zeigt, wie Energiewende ganz praktisch funktioniert – von Effizienzmaßnahmen in Gebäuden und Produktionsprozessen bis hin zu Lösungen mit erneuerbaren Energien. Neu hinzu kommt der klare Fokus auf Energieresilienz, damit Unternehmen in Krisenlagen handlungsfähig bleiben und sich besser gegen Risiken absichern können. Wie wichtig das ist, ist nach den beiden Anschlägen auf unsere Stromversorgung und deren Folgen deutlich geworden.
Aus dieser Zusammenarbeit entsteht eine starke Allianz, die Beratung, Förderung und Umsetzung an einer Stelle bietet. Wir eröffnen der Berliner Wirtschaft den Weg zu mehr Energieeffizienz, zum Ausbau eigener erneuerbarer Erzeugung und zu funktionierenden Kreisläufen im Betrieb. So werden Kosten gesenkt, fossile Abhängigkeiten reduziert und die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaftsmetropole dauerhaft gestärkt.

Ein Begriff, der zunehmend in aller Munde ist, ist die zirkuläre Wertschöpfung. Welche Rolle spielt sie in der Industriepolitik der Berliner Wirtschaftsverwaltung?

Zirkuläre Wertschöpfung ist kein modischer Zusatz, sondern eine nüchterne Antwort auf knappe Rohstoffe, schwankende Preise und brüchige Lieferketten. Wenn wir Materialien nur einmal nutzen und dann entsorgen, verschwenden wir Werte, machen uns abhängig von Importen und schwächen Schritt für Schritt die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.
Entscheidend ist für mich der praktische Ansatz. Wir werden nicht von heute auf morgen perfekt zirkulär, aber wir können Produkte und Prozesse so weiterentwickeln, dass weniger Abfall entsteht, mehr repariert und wiederverwendet wird und Rohstoffe länger im Kreislauf bleiben. Ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Stärke und gute Arbeit müssen zusammen funktionieren. Darum erleichtern wir den Zugang zu Beratung und Förderung.
Mit dem Masterplan Industriestadt Berlin haben wir Kreislaufwirtschaft deshalb als Schwerpunktthema gesetzt, Potenziale analysiert und über unser zentrales Förderprogramm für Forschung, Innovation und Technologie in Berlin (ProFIT) konkrete Projekte angestoßen. Dieses Netzwerk aus Unternehmen, Wissenschaft und Start-ups stärken wir nun mit der KEK – durch Wissenstransfer, Vernetzung und Beratung direkt dort, wo entschieden wird: im Betrieb. Unser Ziel ist eine Industriestadt Berlin, die robuster gegenüber Rohstoffrisiken ist, Innovation aus Kreisläufen entwickelt und damit Wirtschaftswachstum und gute Arbeitsplätze für die Zukunft absichert.

Mit Blick nach vorn: Welche Impulse erhoffen Sie sich durch den Ausbau und die Stärkung des Angebots?

Wir haben mit der KEK in kurzer Zeit gezeigt, welches Potenzial in kluger Beratung steckt. Viele Unternehmen haben die Chance genutzt, ihre Energieeffizienz zu steigern, Ressourcen zu sparen und erste Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft zu gehen.
Entscheidend ist der Blick nach vorn. Die KEK ist der Ort, an dem Unternehmen sehr konkret erfahren, wie sich Investitionen rechnen: Sie senken Kosten, verringern Risiken und eröffnen neue Märkte. Als zentrale und neutrale Anlaufstelle verbindet die KEK-Beratung, Förderzugänge und die Entwicklung tragfähiger Projektideen. Klimaschutz funktioniert im Betrieb und ist wirtschaftlich.
Klimaneutralität bis 2045 ist für uns kein abstraktes Umweltziel, sondern ein zentrales Standortprojekt. Mit dem Ausbau und der Stärkung der KEK sorgen wir dafür, dass Unternehmen die Transformation nicht als Bürde erleben, sondern als Chance, ihre eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern – und Berlins Rolle als starke, innovative Wirtschaftsmetropole weiter auszubauen.

Das Interview mit Senatorin Giffey wurde im Mai 2026 geführt.

©Hans-Christian Plambeck

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