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Berlin is Knorke: Kläranlage wird zum Kraftwerk

Berlin, 25. März 2024 – Was geschieht eigentlich mit unserem Abwasser?Und wie lässt es sich nachhaltiger nutzen? Fragen, die sich womöglich auch Nina Heine und Dr.-Ing. Fabian Habicht gestellt und als Antwort darauf ihr Startup Shit2Power gegründet haben. Das Unternehmen hat sich auf Klärschlamm und dessen nachhaltige Verwertung spezialisiert. Genauer: Aus dem Abfallprodukt sollen lokal Energie und Wasserstoff gewonnen werden. Der Kostenfaktor Kläranlage könnte für Kommunen somit zum nachhaltigen Kraftwerk werden – so die Idee des Berliner Gründerteams, für welche sie im November 2023 den IDEE-Förderpreis gewannen.

In Deutschland werden nahezu 100 Prozent des Abwassers geklärt – weltweit hingegen sind es nur etwa 20 Prozent. Während die Abwasserklärung in Deutschland gesetzlich vorgegeben ist, rentiert sich der Prozess wegen der damit verbundenen hohen Betriebskosten für viele andere Länder wirtschaftlich nicht. Das nicht geklärte Abwasser allerdings sorgt in Flüssen und Meeren für Umweltschäden – dabei bietet es eigentlich großes Potential. Zwei gute Argumente also, um sich das dabei entstehende Abfallprodukt Klärschlamm genauer anzuschauen.

Abwasser zu klären, erfordert enorm viel Energie. Diese steckt jedoch in noch größerer Menge im anfallenden Klärschlamm selbst. Ein Potential, welches Shit2Power nutzen möchte. Mit Containeranlagen will das Unternehmen grünen Wasserstoff und erneuerbare Energie aus dem Abfallprodukt gewinnen. Ein spezieller thermo-chemischer Prozess sorgt dafür, dass das Abwasser zu einer nachhaltigen Ressource wird – und zwar noch vor Ort. Das Geschäftsmodell zielt somit sowohl darauf ab, wichtige, auf Bundesebene beschlossene Nachhaltigkeitsvorhaben, als auch die lokale Produktion von Energie und Wasserstoff zu fördern. Eine innovative Vision – die Shit2Power zunächst mit Gemeinden von bis zu 120.000 Einwohnerinnen und Einwohnern realisieren möchte. Deren Vorteil: deutlich reduzierte Strom- und Entsorgungskosten sowie mehr Unabhängigkeit in Sachen Energieerzeugung.

Gegründet wurde Shit2Power im Februar 2023. Die Idee dazu kam Gründerin Nina Heine aufgrund eines Gesprächs mit einem Landwirt. Er berichtete ihr davon, wie problematisch es sei, Klärschlamm zu entsorgen – unter anderem aufgrund sehr langer Transportwege. Nach einer ersten Recherche stellte sich heraus: Klärschlamm ist nicht nur ein Abfallprodukt, sondern kann auch ein hervorragender Energielieferant sein. Mit Co-Founder Fabian Habicht erstellte sie eine Energie- und Stoffbilanz, um aus der Idee eine Gewissheit zu machen: Klärschlamm enthält 1,3 bis 3 Mal so viel Energie wie der eigentliche Prozess der Abwasserklärung erfordert. Das Gründerteam konstruierte eine Testanlage und meldete nach den ersten erfolgreichen Testläufen ein Patent an.

Mittlerweile befindet sich Shit2Power in der Planungsphase eines skalierbaren Prototpyen. Dieser soll direkt an Kläranlagen angeschlossen sein. Das Ziel: In circa fünf Jahren möchte das Unternehmen die Hightech-Anlage in Serie produzieren und europaweit installieren. Zunächst ist sie für Gemeinden mit 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ausgelegt. Da sie sich allerdings stapeln und erweitern lässt, können auch Kommunen mit bis zu 120.000 Einwohnerinnen und Einwohnern von der Energie-Innovation profitieren. Um ihre Vision auch weltweit zu vermarkten, möchte das Unternehmen langfristig außerdem sogenannte Lowtech-Anlagen mit einfacher Handhabung und unkomplizierter Wartung entwickeln.

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