BERLIN GEGEN ANTISEMITISMUS
Jens-Rainer Jänig - Geschäftsführer mc-quadrat
1. Wieso engagieren Sie sich für die Initiative? Oder Warum ist diese Initiative für Sie so wichtig?
Hannah Arendt schrieb 1941: „Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Monde sicher." Ich hätte das gern als historisches Zitat abgehakt. Kann ich nicht. 2024 war Rekordjahr: 6.236 antisemitische Straftaten in Deutschland. Diskriminierung schadet – der Gesellschaft und jedem Unternehmen. Als Unternehmer in dieser Stadt schweige ich nicht dazu.
2. Was setzen Sie als Unternehmen schon um?
Wir haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet, distanzieren uns seit vielen Jahren aktiv und sichtbar von rechtem Gedankengut – bei Einstellungen, Aufträgen und in Präsentationen. Den 3-D-Test als Hilfsmittel kennen wir nicht nur, wir wenden ihn an.
3. Was ist Ihr Statement gegen Antisemitismus?
Jüdisches Leben gehört zu Deutschland. Das steckt sogar in unserer Sprache: „meschugge", „Chuzpe”, „Tacheles”, „Schlamassel” – Wörter, die uns seit Jahrhunderten verbinden. Wer das versteht, weiß: Jüdische Kultur ist keine Fußnote der Geschichte. Sie ist lebendige, sichtbare Gegenwart. Und die verteidigen wir – laut und entschlossen.

Gerrit Buchhorn Jörn Peter Brinkmann
Hauptgeschäftsführer DEHOGA Berlin Präsident DEHOGA Berlin
1. Wieso engagieren Sie sich für die Initiative? Oder Warum ist diese Initiative für Sie so wichtig?
Das Gastgewerbe bringt Menschen zusammen. Jeden Tag begegnen sich in unseren Betrieben Gäste und Beschäftigte aus aller Welt. Diese Begegnungen leben von gegenseitiger Achtung und einem respektvollen Umgang. Wer Menschen willkommen heißt, muss auch Haltung zeigen. Deshalb unterstützt der DEHOGA Berlin diese Initiative.
2. Was setzen Sie als Unternehmen schon um?
Berlin lebt von seiner internationalen Gastronomie und Hotellerie. Unsere Mitgliedsbetriebe beschäftigen Menschen aus zahlreichen Nationen und sind Treffpunkte für Gäste aus aller Welt. Dieses tägliche Miteinander lebt von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Offenheit. Dafür sensibilisieren wir unsere Mitgliedsbetriebe und fördern den Austausch innerhalb der Branche.
3. Was ist Ihr Statement gegen Antisemitismus?
Antisemitismus ist ein Angriff auf unsere freiheitlichen Werte und auf das respektvolle Miteinander, das unsere Gesellschaft zusammenhält. Als DEHOGA Berlin beziehen wir klar Stellung: Für Antisemitismus, Rassismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit gibt es in unserer Branche keinen Platz. Wir stehen für Gastfreundschaft, Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt.

Sonja Jost - Vizepräsidentin der IHK Berlin
1. Wieso engagieren Sie sich für die Initiative? Oder Warum ist diese Initiative für Sie so wichtig?
Berlin ist die Stadt der Vielfalt. Aber die geopolitischen Spannungen gehen an Berlin nicht spurlos vorbei. Deshalb ist es mir wichtig, ein Zeichen zu setzen und deutlich zu machen. Wirtschaft trägt Verantwortung. Wir sind wesentlicher Teil der Stadtgesellschaft. Und unsere Wirtschaft kann nur wachsen, wenn Berlin offen und vielfältig bleibt. Antisemitismus sowie jede Form von Diskriminierung haben hier keinen Platz.
2. Was setzen Sie als Unternehmen schon um?
Die IHK Berlin bezieht klar öffentlich Stellung gegen Antisemitismus, fördert den Dialog durch deutsch jüdische Wirtschaftsformate und beteiligt sich an Initiativen zur Antisemitismusprävention. Aktuell arbeiten wir die Geschichte der IHK während des Nationalsozialismus auf.
3. Was ist Ihr Statement gegen Antisemitismus?
Wir verurteilen Antisemitismus in jeglicher Form auf das Schärfste. Berlin und seine Wirtschaft sind weltoffen, Heimat für Menschen, Institutionen und Unternehmen aller Nationen und jeden Glaubens. Gerade als internationaler Wirtschaftsstandort ist Vielfalt Teil unserer DNA. Wir alle sind gefordert, Gesicht zu zeigen.
